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Rund um die Therapie

Wie bekomme ich eine logopädische Behandlung?

Die logopädische Behandlung wird von einem Arzt verordnet. Er stellt Ihnen eine Verordnung (ein Rezept) aus, wenn er die medizinische Notwendigkeit sieht. Sie gehört zur medizinischen Grundversorgung der Krankenkassen und beinhaltet Maßnahmen der Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie. Das heißt, die Kosten werden von den Krankenkassen bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr voll übernommen. Erwachsene müssen eine Zuzahlung von 10% der Behandlungskosten und einer Rezeptgebühr leisten, es sei denn, es liegt eine Befreiung von den Zuzahlungen vor, die man bei der eigenen Krankenkasse beantragen kann.

 

Worum geht es bei einer logopädischen Behandlung?

Die Behandlung dient der Verbesserung oder Wiederherstellung der sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten oder der Prävention vor drohenden Schwierigkeiten (z. B. Lese-Rechtschreibschwäche, Stimmstörung). Für jeden Patienten wird nach der logopädischen Befunderhebung, je nach persönlichen Bedürfnissen, Stärken und Schwächen des Betroffenen ein individueller, zielgerichteter Behandlungsplan erstellt, um die Kommunikationsfähigkeit des Patienten zu verbessern. Dies beinhaltet auch die Beratung von Angehörigen. Beispielsweise kann es um die Prävention (Vorbeugung) von Lese-Rechtschreibschwächen, anderen schulischen Problemen oder um die berufliche Wiedereingliederung gehen. Auch nonverbale oder apparative Möglichkeiten können dabei ausgeschöpft werden.

 

Was geschieht bei einer logopädischen Behandlung?

Untersuchung-Befunderhebung: Am Beginn jeder Behandlung steht das Bekanntmachen mit dem Patienten, seiner Vorgeschichte und seinen persönlichen Schwierigkeiten. Häufig werden noch spezielle Testverfahren durchgeführt, um ein genaues Bild von den jeweiligen sprachlichen Symptomen zu erlangen. Die Ergebnisse der logopädischen Befunderhebung und der ärztlichen Befunde ergeben unter Berücksichtigung der persönlichen Situation und Zielsetzung des Patienten den dann folgenden Behandlungsplan. Therapie: Die eigentliche regelmäßige Behandlung setzt sich aus speziellen Übungen und der Anleitung zum selbständigen Training zusammen. Diese Übungen beziehen je nach individueller Art und Ausprägung der Störung sämtliche Kommunikationsmöglichkeiten mit ein. Dabei werden auch die Angehörigen des Patienten (z.B. Eltern oder Ehegatten) einbezogen und angeleitet. Beratung: Die Beratung im Umgang mit den jeweiligen Schwierigkeiten im familiären oder beruflichen Alltag nimmt einen großen Stellenwert in der Behandlung ein. Hierzu werden auch andere Therapeuten, Lehrer, Institutionen oder Selbsthilfegruppen mit einbezogen Darüber hinaus können wir Informationsveranstaltungen, Fortbildungen, Vorträge und Beratungsgespräche zu vielen verschiedenen Themen anbieten und nach individuellen Erfordernissen für Eltern, Erzieherinnen oder Mitarbeiterinnen in Pflegeeinrichtungen durchführen.

Rufen Sie uns einfach an, wenn Sie noch Fragen zu den genannten Themen haben!

Die Behandlungen finden meist in Einzelsitzungen in der logopädischen Praxis, aber auch gemäß ärztlicher Verordnung in verschiedenen Einrichtungen oder im Hause des Patienten statt.

Die Termine werden individuell mit Ihnen vereinbart. Daher ist es wichtig, dass Sie bei Krankheit oder sonstiger Verhinderung rechtzeitig vorher absagen. (Möglichst 24 Stunden, siehe Behandlungsvertrag)

 

Verschiedene Störungsbilder

Die logopädische Behandlung bei Kindern:

Die logopädische Behandlung im Kindesalter umfasst viele verschiedene Sprach,- Sprech-, Stimm- und Hörverarbeitungsstörungen ebenso wie Redeflussstörungen und Essschwierigkeiten. Die Ursachen hierfür sind organisch (Krankheiten, Behinderungen, Operationen) oder funktionell bedingt. Hierzu zählen:
• Spracherwerbsstörungen mit Einschränkungen bzgl. Wortschatz, Sprachverständnis, Satzbau, Grammatik, Aussprache, Lautbildung und auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen
• Sprachentwicklungsverzögerungen bei Kindern, die auffällig spät zu sprechen anfangen
• Ess- und Schluckstörungen bei Säuglingen und Kindern, die im weiteren Verlauf zu erheblichen Beeinträchtigungen der Mundmuskulatur, des Zahn- und Kieferwachstums und der Aussprache führen können.
• Kindliche Stimmstörungen in Form von erheblicher Heiserkeit
• Redeflussstörungen wie Stottern und Poltern
• Lese-Rechtschreibschwächen (Legasthenie)

Die logopädische Behandlung bei Jugendlichen und Erwachsenen:

Nach vollständigem Erwerb der Muttersprache gibt es eine Reihe von Erkrankungen, Unfall- oder Operationsfolgen, die eine logopädische Behandlung in einer akuten Phase oder längerfristig notwendig machen. Hierzu zählen:
• Aphasien (meist als Folge von Schlaganfällen oder Unfällen), die den teilweisen oder vollständigen Verlust der lautsprachlichen Fähigkeiten zur Folge haben
• Dysphagien, also Schluckstörungen (meist als Folge von Schlaganfällen oder neurologischen Erkrankungen wie M. Parkinson oder MS)
• Dysarthrophonien (ebenfalls nach Schlaganfällen oder verschiedenen Erkrankungen wie M. Parkinson oder MS), die mit undeutlichem Sprechen, Stimm- und Atmungsbeeinträchtigungen einhergehen
• Stimmstörungen (nach Operationen oder als Folge falschem Stimmgebrauches), die durch Atemveränderungen, Heiserkeit und geringer Stimmbelastbarkeit gekennzeichnet sind
• Redeflussstörungen in Form von Stottern oder Poltern, bei denen der gesamte Atem- und Sprechablauf beeinträchtigt sein kann
• Operationsfolgen im Hals und Kehlkopfbereich, wie z. B. Laryngektomien, bei denen die Stimmgebung durch alternative Techniken ersetzt werden muss.